Jörg Wambach - Kanadische Klinische Defnition
   
  Jörg Wambach
  Kanadische Klinische Defnition
 

Klinische Definition

Kanada stellte 2003 die erste klinische Definition des CFS vor. Danach müssen die folgenden Symptome vorliegen, wobei alle genannten Kriterien der Abschnitte 1 bis 6 wie unten beschrieben erfüllt sein müssen (Einschränkungen sind angegeben):

  1. Zustandsverschlechterung nach Belastung und Erschöpfung (alle Kriterien dieses Abschnitts müssen erfüllt sein):
    1. Der Patient muss unter einem deutlichen Ausmaß einer neu aufgetretenen, anderweitig nicht erklärbaren, andauernden oder wiederkehrenden körperlichen oder mentalen Erschöpfung leiden, die zu einer erheblichen Reduktion des Aktivitätsniveaus führt;
    2. Erschöpfung, Verstärkung des schweren Krankheitsgefühls und/oder Schmerzen nach Belastung mit einer verzögerten Erholungsphase (der Patient benötigt mehr als 24 Stunden, um sich zu erholen);
    3. die Symptome können durch jede Art der Anstrengung oder jede Art Stress verschlechtert werden.
  2. Schlafstörungen:
    1. Nicht erholsamer Schlaf oder veränderte Schlafmuster (einschließlich einer Störung des Tag-Nacht-Rhythmus).
  3. Schmerzen:
    1. Arthralgien und/oder Myalgien ohne klinische Belege für eine entzündliche Reaktion im Sinne von Schwellungen oder Rötungen der Gelenke und/oder starke Kopfschmerzen eines neuen Typs, Musters oder Schweregrades.
  4. Neurologische/Kognitive Manifestationen (mindestens zwei der Kriterien müssen erfüllt sein):
    1. Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit und des Kurzzeitgedächtnisses,
    2. Schwierigkeiten mit der Informationsverarbeitung, der Kategorisierung, Wortfindungsschwierigkeiten einschließlich periodisch auftretender Lesestörungen,
      1. es kann zu Überbelastungserscheinungen kommen: einer Überbelastung durch Informationen, kognitive oder sensorische Einflüsse und Belastungen (z. B. Lichtempfindlichkeit und Überempfindlichkeit gegenüber Lärm) und/oder einer emotionalen Überbelastung, die zu Rückfällen und/oder Ängsten führen kann,
    3. Wahrnehmungs- und sensorische Störungen,
    4. Desorientierung oder Verwirrung,
    5. Ataxien (Bewegungskoordinationsstörungen).
  5. Autonome/Neuroendokrine/Immunologische Manifestationen (mindestens je ein Symptom in wenigstens zwei der folgenden Kategorien muss erfüllt sein):
    1. Autonome Manifestationen:
      1. Orthostatische Intoleranz (z. B. neural vermittelter niedriger Blutdruck [NMH]),
      2. lagebedingtes orthostatisches Tachykardie-Syndrom (POTS – Herzjagen),
      3. Schwindel und/oder Benommenheit,
      4. extreme Blässe,
      5. Darm- oder Blasenstörungen mit oder ohne Reizdarmsyndrom oder Blasendysfunktionen,
      6. Herzklopfen mit oder ohne Herzrhythmusstörungen,
      7. vasomotorische Instabilität (Instabilität des Gefäßtonus),
      8. Atemstörungen,
    2. Neuroendokrine Manifestationen:
      1. Verlust der thermostatischen Stabilität,
      2. Intoleranz gegenüber Hitze/Kälte,
      3. Appetitverlust oder anormaler Appetit, Gewichtsveränderungen,
      4. Hypoglykämie (verminderter Glucosespiegel),
      5. Verlust der Anpassungsfähigkeit und der Toleranz gegenüber Stress, Verstärkung der Symptome durch Stress sowie langsame Erholung und emotionale Labilität,
    3. Immunologische Manifestationen:
      1. Empfindliche Lymphknoten,
      2. wiederkehrende Halsschmerzen,
      3. grippeähnliche Symptome und/oder allgemeines Krankheitsgefühl,
      4. Entwicklung bisher noch nicht aufgetretener Allergien oder Veränderungen im Zustand bereits vorliegender Allergien,
      5. Überempfindlichkeit gegenüber Medikamenten und/oder Chemikalien.
  6. Die Erkrankung besteht seit mindestens 6 Monaten.

 
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