Jörg Wambach - Medikamente bei CFS
   
  Jörg Wambach
  Medikamente bei CFS
 
Dies ist eine Reihe von Medikamenten die bei CFS/ME eingesetzt werden *KÖNNEN* Da aber jeder CFS/ME Patient teils schwere Nebenwirkungen auf die folgenden Medikamente erleiden könnten, sind die Dosierungen am Beginn auf ein Minimum anzusetzen.



CFS/ME ist *KEINE* psychische Erkrankung


Medikamente



Amantadin
Ein Virusstatikum, das auch bei der Parkinsonkrankheit eingesetzt wird. Eine kleine, randomisierte, kontrollierte cross-over Studie mit Amantadin zeigte einen signifikanten Effekt auf die Müdigkeit im Vergleich zu Plazebo. In der umfassendsten Studie wurden Pemolin und Amantadin mit Plazebo verglichen. Die Plazebopatienten erhielten Anweisungen darüber, wie sie mit dem Symptom umgehen könnten. Amantadin zeigte einen Nutzen im Vergleich zu Plazebo in der MS-spezifischen Fatigue Skala, nicht aber in der Skala, welche den Schweregrad der Müdigkeit misst (Fatigue Severity Scale). Kein Nutzen konnte für Pemolin nachgewiesen werden. Aufgrund dieser Studie wird empfohlen, dass Amantadin das Mittel der ersten Wahl zur Behandlung der Müdigkeit bei MS sein soll. Allerdings spielt bei diesen Studien ein erheblicher Plazeboeffekt mit.


Modafinil (Provigil®)
Kürzlich wurden ermutigende Ergebnisse mit Modafinil publiziert: In einer Einzelblindstudie mit 72 Patienten zeigte sich ein signifikanter Nutzen, der dosisunabhängig sowohl mit 200 mg als auch mit 400 mg zu beobachten war. Ernstere Nebenwirkungen traten nicht auf. Der Effekt scheint sich bei gleichzeitiger Behandlung mit Interferon-beta-1a besonders noch zu verstärken.


4-Aminopyridin und 3-4-Di-Aminopyridin (beides Kaliumkanalblocker)
Es gibt eine randomisierte plazebokontrollierte doppelblinde cross-over Studie an 70 Patienten mit MS, in der verschiedene Aspekte dieses Medikamentes untersucht wurden. Es zeigte sich ein signifikanter Nutzen auf der EDSS Skala in der behandelten Gruppe, wobei allerdings häufig Nebenwirkungen wie Missempfindungen, Schwindel und Gangunsicherheit auftraten. Längere Nachuntersuchungen lassen annehmen, dass das Medikament zur Behandlung der Müdigkeit nützlich sein könnte. Gelegentlich traten allerdings, besonders bei höheren Dosen, epileptische Anfälle auf. Eine neuere randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie an 54 Patienten mit progredienter MS zeigte lediglich eine Wirkung auf der Fatigue Severity Scale bei denjenigen mit einem hohen 4-AP Spiegel im Serum. Auch für das 3-4-Di-Aminopyridin zeigten verschiedene Studien einen möglichen Nutzeffekt. Insgesamt ist derzeit aber keine zuverlässige Einstufung dieser Medikamentengruppe möglich.


Pemolin
Eine kleine, randomisierte cross-over Studie an 40 Patienten zeigte keinen signifikanten Effekt für Pemolin, ein ZNS-Stimulans, welches aber bei 25% der Patienten erhebliche Nebenwirkungen aufwies. Auch in einer umfassenden Studie im Vergleich zu Amantadin und Plazebo konnte kein Nutzen für Pemolin nachgewiesen werden.


Acetyl-L-Carnitin
In einer kleinen randomisierten doppelblinden cross-over Studie an 36 MS-Patienten wurde Acetyl-L-Carnitin mit Amantadin verglichen. Das Ergebnis der Studie zeigte, dass Acetyl-L-Carnitin besser toleriert wird und bessere Effekte zeitige als Amantadin. Dieses Ergebnis muss allerdings noch in einer größeren, plazebokontrollierten Studie überprüft werden.


„Prokarin“ (Koffein-Histamin-Salbe)
Eine neuere Studie soll die Wirksamkeit dieses Präparats belegen. Die MS-Gesellschaft der USA bewertet die Daten jedoch kritisch und trifft keine Empfehlung. Die Zubereitung ist in Europa nicht auf dem Markt.



DHEA
Bei MS-Patienten mit Fatigue wurde ein zu niedriger Spiegel des Hormons DHEA gefunden. Es besteht daher die Möglichkeit, dass eine Behandlung mit DHEA auch gegen die Fatigue wirksam ist. Studien hierzu gibt es bislang nicht, einzelne Studien haben aber eine günstige Wirkung von Testosteron und Östrogen gezeigt und DHEA ist eine Vorstufe dieser Sexualhormone.


Acetyl-Cystein (ACC, NAC)
Einige Patienten berichten eine Besserung der Fatigue bei Anwendung des Hustenlösers Acetyl-Cystein. Bisher ist allerdings nur nachgewiesen, dass dieses ins Zentralnervensystem gelangt und dort z.B. als Antioxidanz wirksam werden kann. Eventuell beruht der Effekt aber auch lediglich auf der Acetyl-Komponente, wie sie auch im oben genannten Acetyl-L-Carnitin enthalten ist.


Low-Dose-Naltrexone (LDN)
Auch bei Einnahme des Opiatrezeptorblockers Naltrexone in sehr niedriger Dosierung wird von einigen Patienten ein positiver Effekt auf die Fatigue berichtet. Studien dazu liegen noch keine vor.


Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin)
Eine kleine Studie (30 Patienten) zeigte eine gute Wirksamkeit von ASS (1300 mg/Tag) auf die Fatigue (Neurology 2005 Apr 12;64[7]:1267–9). Auch hier könnte wiederum die Acetyl-Komponente der Substanz die entscheidende Rolle spielen. Im Hinblick auf die möglichen Nebenwirkungen im Vergleich zu Acetyl-Carnitin erscheint die Einnahme deshalb derzeit nicht empfehlenswert.


D-Ribose
Diese Zuckerart zeigt bei Patienten mit Chronischem Erschöpfungssyndrom eine gute Wirkung, was auch in einer kleineren Studie bestätigt wurde. Da D-Ribose praktisch keine Nebenwirkungen zeigt, scheint ein Versuch mit diesem Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll.

 
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